Entwicklung des Kohlenbergwerks Peißenberg

Nach den bescheidenen Anfängen des Kohlenbergbaus am Hohen Peißenberg entwickelte sich der Betrieb im Laufe der Jahre zu einem hochmodernen Großunternehmen. Die verwertbare Jahresförderung betrug 1842, bei einer Belegschaft von ca. 18 Mann, rund 700 t. Im Jahr 1889 wurden bereits 57438 t Kohle gefördert. In den nächsten Jahren wurden die Bergwerksanlagen großzügig erweitert. Die Doppelschächte am Unterbau in Hohenpeißenberg erreichten 1895 die 2. Tiefbausohle bei einer Teufe von rund 280 m. Die Übertageanlagen am Unterbau umfassten das Fördergerüst mit Schachthaus, ein Kesselhaus, ein Maschinenhaus und ein Fördermaschinenhaus mit Dampffördermaschine. Daneben wurden die Werkstätten errichtet. Mit einer 3,6 km langen Drahtseilbahn wurde die gewonnene Kohle der Aufbereitung am Tiefstollen in Unterpeißenberg zugeführt. 1907 konnte die neue Kohlenaufbereitung am Tiefstollen in Betrieb genommen werden. Im Jahre 1913 konnten bereits 262960 t Pechkohle gefördert werden. Ab 1908 kamen insgesamt sechs Tiefbohrungen am Südabhang des Hohen Peißenbergs zur Ausführung. Durch diese Tiefbohrungen konnten nach Süden hin einfallende Kohlevorkommen in der Peißenberger Mulde nachgewiesen werden. Bei Bohrloch I wurde 1912 der Hauptschacht in Peißenberg abgeteuft. Durch den Einsatz von Presslufthämmer, ab 1924, ergab sich eine weitere Steigerung der Abbauleistung. Die verwertbare Förderung betrug 1928 ca. 577000 t Kohle. Bei der Bahnstation Hohenpeißenberg wurde 1937 mit der Errichtung einer neuen Wetterschachtanlage begonnen. Im Laufe des 2. Weltkrieges wurde die Förderung auf bis zu 800000 t Kohle gesteigert. Der Hauptschacht wurde 1954 in Zieglmeierschacht umbenannt (zu Ehren von Oberbergdirektor Michael Zieglmeier). Im selben Jahr wurde ein neues Fördergerüst mit einer stärkeren Dampf-Fördermaschine aufgestellt. Die Schachthalle wurde 1956 modernisiert. Heinrich Heißbauer entwickelte in den Fünfzigerjahren das Rammverfahren. Dadurch konnten erstmals geringmächtige Kohlevorkommen mechanisch gewonnen werden. Mit der Inbetriebnahme des ersten mechanisierten Abbaues begann 1957 die Förderung aus der 1000 m Sohle (8. Sohle). Der erste vollmechanisierte Abbau wurde 1964 auf der 9. Sohle (1100 m) im Flöz 10/11 in Betrieb genommen. Die verwertbare Förderung konnte 1965 nochmals auf 918000 t Kohle gesteigert werden. Zu dieser Zeit war das Bergwerk Peißenberg einer der leistungsstärksten Betriebe in Deutschland und Europa.

Verschiedene Abbaumethoden wollen wir ihnen hier genauer erläutern.

 

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